OGV-WN-Neustadt

Obst- und Gartenbauverein Neustadt e.V.


Warnung vor dem Bakteriellen Feuerbrand

Johannes Eder vo der Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau des Rems-Murr-Kreises bat uns um die Verbreitung dieser Warnmeldung:


"Als ob Corona und Schwarzer Rindenbrand nicht schon genug wären, sieht es momentan danach aus, dass sich der Bakterielle Feuerbrand wieder auf dem Vormarsch befindet.

Bei den älteren Obsterzeugern und Stücklesbesitzern keimt unverzüglich die Erinnerung an die verheerenden Schäden, die der Bakterielle Feuerbrand vor über dreißig Jahren verursacht hatte, wieder auf. Damals mussten im gesamten Landkreis hunderte großer und landschaftsprägender Birnbäume und sogar ganze Obstanlagen gerodet werden.

Vermutlich verursachten die Spätfrostnächte Ende April und Anfang Mai Rinden- und Fruchtschäden und schufen somit Eintrittspforten für den Feuerbranderreger. In einer Obstanlage in Fellbach mussten bereits über 60 Apfelbäume gerodet werden. Aber auch aus Kernen und Schlat bei Göppingen liegen Befallsmeldungen vor. (...)

Alle Erwerbsobstbauern, Hausgärtner und Stücklesbesitzer sind nun aufgefordert, vorsorglich ihre Bäume auf einen möglichen Befall hin zu kontrollieren. Nur laufende Kontrollen verhindern, dass sich wieder eine größere Feuerbrandepidemie aufbaut. Vom Feuerbrand befallen werden: Apfel, Birne, Quitte, bei den Obstgehölzen; Weißdorn, Feuerdorn, Rotdorn, alle Cotoneasterarten, Mehlbeere, Eberesche und Zierquitte bei den Ziergehölzen. Steinobstbäume (Zwetschge, Pfirsich oder Kirschen) werden nicht befallen. Da sich der Erreger während der Sommermonate vornehmlich durch blütenbesuchende lnsekten verbreitet und die Blütezeit der genannten Wirtspflanzenarten sich vom Frühling bis weit in den Sommer hinein erstreckt, sind für die Bakterien während der gesamten Vegetationsperiode günstige lnfektionsbedingungen vorhanden. Hochanfällige Wirtspflanzen, wie der bodendeckende Cotoneaster oder Ziersträucher wie die Scheinquitte, welche stark verbreitet sind, spielen bei einer eventuell unerkannten Verbreitung eine wichtige Rolle.

 

Symptome:

 Plötzlich welkende Triebe oder Astpartien sind die ersten Anzeichen für einen möglichen Befall. Typisch sind sie krückstockartigen Verkrümmungen der Triebspitzen. Die oft erwähnten und auf den Bildern deutlich sichtbaren Schleimtröpfchen sind jedoch nicht immer vorhanden der sofort sichtbar. Dies hängt maßgeblich von der Temperatur und der Luftfeuchte ab.

Ein Befall durch die Pilzkrankheit Monilia zeigt äußerlich ähnliche Symptome. Im Unterschied zum Bakteriellen Feuerbrand ist bei der Monilia jedoch der Übergang zwischen gesundem und krankem Holz deutlich abgegrenzt. Um dies festzustellen muss nur die Rinde aufgeschnitten werden. Die Übergangsstelle erscheint beim Feuerbrandbefall fließend, bei der Monilia ist eine deutliche Grenze erkennbar.

 

Besonders auffallend sind die Neubefälle in der Nähe alter Birnbäume, die bereits vor Jahren infiziert und nur unzureichend ausgeschnitten wurden. Sofern ein wieder erwachter Altbefal oder eine Neuinfektion festgestellt wurden, muss in jedem Fall sofort 25 cm in das gesunde Holz zurückgeschnitten und das Schnittgut umgehend vernichtet werden. Dies erfolgt am besten durch Verbrennen an Ort und Stelle. Um einen Fehlalarm bei der Feuerwehr zu vermeiden, sollten Sie es jedoch bei der örtlichen Polizei melden, wenn Sie beabsichtigen, eine Feuerstelle einzurichten. Kleinere Mengen könnten auch über den Hausmüll entsorgt werden.

Keinesfalls sollte auf eine mögliche Genesung des Baumes gewartet werden.

Pflanzenschutzmittel sind übrigens nicht zugelassen.

1.Vorsitzender

Horst Schwarz

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... und jetzt schon vormerken

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Ernst und Heinrich

"Irgendwas isch emmer


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