Die Kirschessigfliege

Obst- und Gartenbauverein Neustadt e.V.


Bedrohung Kirschessigfliege


Im letzten Spätsommer glänzten prächtige rotschwarze Brombeeren an unserem Zaun, wir freuten uns auf die baldige Ernte - dann waren sie von einem Tag auf den anderen schwarz und verfault.

In den Weinbergen im Remstal sah man ganze Reihen von roten Trauben, zusammengeschnurrt und ungenießbar, ein Winzer hatte sich nicht einmal mehr die Mühe gemacht die Stöcke zu leeren. Der Übeltäter: Die Kirschessigfliege.

2011 hat sie ihre unheimliche Invasion in Europa begonnen und hat bereits gigantische Schäden hinterlassen. Betroffen sind in erster Linie: Kirschen, Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Zwetschgen, Holunder und vor allem natürlich der Wein. Im vergangenen Jahr hat diese Seuche erstmals in unserer Region zugeschlagen, der milde Winter lässt für diese Saison Schlimmes erwarten.

Ein erfolgversprechendes Gegenmittel scheint es noch nicht zu geben, schon gar nicht für Streuobstwiesenbesitzer.


Wir alle müssen nun gemeinsam Vorbeugemaßnahmen ergreifen, um der Fliege das Leben zu erschweren:


Was man tun kann:


  • Schon jetzt alle wilden Brombeersträucher, die man eh nicht abernten will, vernichten, am besten ausgraben. Das nimmt der Fliege schon mal ein Rückzugsgebiet. Je näher diese wilden Beeren am Stückle gedeihen, um so stärker wird der Befall mit dem Schädling!


  • Reife Früchte regelmäßiges alle 2 Tage abernten.


  • Befallene Früchte beseitigen. - Nicht auf den Kompost, sondern entweder in Maischefässer oder in schwarze Plastiksäcke, die einige Tage in die Sonne gelegt werden. Die Hitze töten die Schädlinge in allen Stadien. Danach kann man die Früchte kompostieren.


  • Die Kulturen mit einem engmaschigen Netz abdecken (Maschenweite 0,8mm). Dies scheint mir nur für kleine Beerensträucher und niedrigstämmigen Erwerbsobstbau praktikabel. Bei den prächtigen alten Kirsch- und Zwetschgenbäumen unserer Streuobstwiesen aber unmöglich.


  • Um die Kulturen in engen Abstand Lockfallen aufstellen.

Man benutzt dazu am einfachsten kleine leere Plastikflaschen, in die man mit einer heißen Stricknadel im oberen Drittel eine Reihe von 2-4 mm großen Löchern brennt. Zum leichteren Befüllen sollte etwa 1/3 des Umfangs ausgespart bleiben.

Man kann zusätzlich eine Gelbtafel im Innern des Behälters anbringen.

Für die Befüllung (etwa 3cm hoch) existieren verschiedene Rezepte:

Die Luxusvariante: 3 Teile Rotwein und 2 Teile Apfelessig, versetzt mit einem Tropfen duftneutralem Spülmittel

Mittlere Preisklasse: Apfelessig und Rotwein ebenfalls im Verhältnis 1:1 + Spülmittel

Einfach: Apfelessig und Wasser im Verhältnis 1:1 + Spülmittel

Die Füllhöhe beträgt ca. 3 cm, darüber soll Platz sein für eine Duftwolke.

Wichtig: Die Flüssigkeit regelmäßig austauschen, aber dann zu Hause oder in einen Gully entsorgen, sonst lockt man ja die anderen Fliegen auf sein Stückle!